Jesus Meister

Die Paulus-Familie verehrt Jesus Christus als den Meister, Weg, Wahrheit und Leben. In dieser Selbstbezeichnung Jesu erkannte Don Alberione den umfassenden Titel für den kompletten Christus. Er ist wie eine Chiffre. Der Titel birgt eine tiefere Bedeutung.

Unsere Spiritualität lässt sich gut anhand der Ikone Jesus Meister Weg, Wahrheit und Leben veranschaulichen. Das Original hängt im Sanktuarium Regina Apostolorum in Rom.

Ikone

Das Bild ist kein Meisterwerk der Kunst. Es drückt jedoch meisterhaft die Eingebung aus, die Don Alberione geschenkt wurde: Jesus als unseren Meister Weg, Wahrheit und Leben.

Das Bild hat eine Tür, ein ganzes Portal als Rahmen.

Zentral die Figur Jesu.
Gekleidet in ein weißes Gewand, einen roten Mantel und Sandalen schreitet er auf der Weltkugel.
Rechte Hand erhoben wie einer, der sich zu Wort meldet.
In der linken hält er ein offenes Buch.
Darauf steht geschrieben: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Hinter Jesus viel Licht.
An den Seiten die Figuren der vier Evangelisten.

Das Bild fasst alle Evangelien zusammen. Alle Aspekte und verschiedene Betonungen werfen ihr Licht auf den Einen, der in ihrer Mitte steht.

Interpretation der Ikone

Die Ikone als eine Tür zum Geheimnis Jesu Christi.

Im Eingang steht ER, er wartet, kommt entgegen.
Die gesamte Gestalt, nicht nur das Gesicht. Der ganze Christus... für den ganzen Menschen: Wahrheit für den Verstand, Weg für den Willen, Leben für das Herz.

Bekleidet mit einer weißen Tunika (Ich bin die Fülle des Lichtes, ich bin wahrer Gott). Der rote Mantel weist auf seine Stellung als Weisen und Lehrer hin (rot symbolisiert Fleisch und Blut: ich bin wahrer Mensch). Die Sandalen zeigen auf die Dynamik eines Missionars: er wurde gesandt, ist zu anderen unterwegs.

Die rechte Hand erhoben in Geste eines Redners, der um Aufmerksamkeit bittet. „Kommt zu mir... hört auf meine Stimme... werdet meine Jünger und Freunde“.

In der linken Hand ein offenes Buch. Zu lesen ist: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Jesus stellt sich seinem Hörer selbst vor.

Die Wundmale an seinen Händen und Füßen. Das strahlende Kreuz hinter ihm. Sie deuten auf das große Geheimnis hin. Jesus hat aus Liebe zu uns gelitten, wurde gekreuzigt und ist gestorben. Doch er hat den Tod besiegt. Der Auferstanden, der Lebendige ist in dieser Welt unterwegs. Seine Füße sind in Bewegung. Er ist der Herr... der sich zum Diener macht, der bereit ist mir entgegenzueilen.
Er ist der Meister doch ganz anders als die Üblichen.
Seine Lehre ist sein Tun: beim letzten Abendmahl nimmt er in der Fußwaschung seine Selbsthingabe am Kreuz vorweg. Hier zeigt sich der Meister am deutlichsten.

Der Heiligenschein symbolisiert hier auch eine Hostie. Der auferstandene Christus ist lebendig in der Eucharistie. Ich kann ihm hautnah begegnen.
Die Welt ist in Wolken gehüllt. Doch wohin das Licht Christi fällt, vertreibt es die Nebel und Dunkelheiten. Er ist der Herr der Welt und der Zeit. Er wird wiederkommen mit Macht. Auf ihn wartet die ganze Schöpfung.
Was spricht mich heute an diesem Bild an?

Gebet: 

Anrufungen zu Jesus dem göttlichen Meister

Jesus, göttlicher Meister, heilige meinen Geist und stärke meinen Glauben.
Jesus, Lehrer deiner Kirche, lass uns deine Wahrheit erkennen.
Jesus, göttlicher Meister, erlöse mich von Irrtum, eitlen Gedanken und von der ewigen Finsternis.
Jesus, du Weg vom Vater zu uns und von uns zum Vater, ich opfere dir alles und erwarte alles von dir.
Jesus, Weg der Heiligkeit, mache mich zu deinem treuen Nachfolger.
Jesus, du Weg, mach mich vollkommen, wie der Vater im Himmel vollkommen ist.
Jesus, du mein Leben, lebe in mir, dass ich lebe in dir.
Jesus, du mein Leben, lass mich auf ewig in der Freude deiner Liebe leben.
Jesus, du Wahrheit, lass mich Licht sein in der Welt.
Jesus, du Weg, lass mich Beispiel und Vorbild sein für die anderen.
Jesus, du mein Leben, lass mich, wo immer ich bin, Gnade und Trost bringen.

(aus dem Gebetbuch der Paulus-Familie)